29.11.2006 Filtrieren & Abfüllen 1.12.1
Aus MeadMasters
Nachdem am 21.11.2006 die zweite BROUWLAND Lieferung ins Haus "geflattert" ist, ist das ganze Equipment nun zusammen und wir können uns nun ans Filtrieren und Abfüllen der Ansätze machen.
Die Ansätze sind nun alle in der Phase der Selbstklärung. Man kann keine Gäraktivität mehr erkennen. Nach der letzten Messung und Beobachtung sind wir der Meinung, dass die Ansätze nun fertig sind.
Die Ehre der Erstabfüllung erhält der Ansatz 1.12.1. Die kleineren 1.7.1,2 wollten wir nicht opfern für den ersten Versuch, wie auch den grössten 1.15.1.
Nach längerer Diskussion und Ratlosigkeit haben wir uns auf folgenden Ablauf geeinigt. Es hat geklappt!
Inhaltsverzeichnis |
Flaschen bereitstellen & reinigen
Die Flaschenwahl fällt bei Honigwein eindeutig auf klare, weisse Weinflaschen. Nur so kommt die schöne Farbe wirklich zur Geltung.
Als erstes müssen die Flaschen sauber gereinigt und abettiketiert werden. Während dem Abfüllen bleibt dazu kaum mehr Zeit.
Die Aussenseite der Flaschen wird sauber gereinigt, Leimreste werden so gut es geht entfernt.
Kurz vor der Abfüllung werden die Flaschen mit schwefeliger Säure (2g/L Kaliummetabisulfit + 2ml Milchsäure) und anschliessend mit kochendem Wasser ausgespült.
Filter & Abfüllanlage Schwefeln
Die ganze Anlage wird zusammengesetzt und mit schwefeliger Säure (2g/L Kaliummetabisulfit + 2ml Milchsäure) durchgespült. Im Detail heisst das folgendes:
- Mit dem Siphon wird schwelfelige Säure in den Drucktank der Filteranlage umgepumpt. Dieser Schritt war entscheidend, weil wir so die nötige Erfahrung mit dem Siphon sammeln konnten. Wird mehrmals das "Pumpteil" vom Siphon zusammengedrückt, kommt Luft in die anzusaugende Flüssigkeit. Das wäre natürlich fatal für den geklärten Met (1. Met hat erhöhten Luftkontakt, 2. Abgesenkte Partikel werden aufgewühlt).
- Der Drucktank wird mit dem Pumpteil verschlossen und der eigentliche Filter wird angehängt.
- Die schwefelige Säure wird nun durch das System gepumpt.
Filter einsetzen & Anlage wässern
Im nächsten Schritt wird die Anlage gewässert, mit dem Ziel, den Kartongeschmack von den Filterscheiben zu veringern. Anschliessend ist das System bereit, um den Met abzufüllen.
Im Detail erfolgt die Wässerung wie folgt:
- 2 Filterscheiben (Filtrierscheiben VINOFERM steril) werden kurz im Wasser eingeweicht.
- Filterscheiben werden in den Filterteil der Anlage eingesetzt in der Reihenfolge: Unterer Teil des Filters, Filterscheibe,Mittelring, Filterscheibe, oberer Teil des Filters. Dabei ist zu beachten, dass die bedruckten Seiten der Filterscheiben gegen innen zeigen (Bild rechts). Der Met wird also auf den bedruckten Seiten reingepumpt und kommt an den unbedruckten Seiten aus dem Filter heraus.
- Anschliessend wird der Drucktank bis zur Gesamtfüllhöhe mit Leitungswasser aufgefüllt.
- Die ganzen 11 Liter Wasser werden durch die Filteranlage gepumpt.
Met in Filterbehälter füllen
Nun kommt der interessannte und schöne Teil der ganzen Arbeit. Der Met kann in den Drucktank umgefüllt werden. Dazu braucht es folgendes:
- Met im Glasballon wird in erhöte Lage gebracht (Gefriertruhe im Keller).
- Gärröhrchen entfernen, Siphon einsetzen und vorsichtig an das Pumpteil zusammendrücken
- Der Met läuft nun problemlos in den Drucktank.
- Met bis 2-3cm über dem Bodensatz abziehen.
Vom Ansatz 1.12.1 konnten wir 9.5 Liter abziehen bzw. in den Drucktank umfüllen.
Filtern & Flaschen abfüllen
Es ist so weit - der Met kommt in die Flasche!
Die Anlage wird in der Küche zusammengesetzt, die Spannung steigt ins unermessliche. Ein wenig Druck auf den Tank geben und schon kommt etwas am Ende heraus. Hm.. Wasser? Wird wohl noch etwas Restwasser von der Wässerung sein. Aber nach ca. 1 Liter Vorlauf kommt der erste Tropfen gefilterter Met. Die erste Flasche wird nun gefüllt (Nr. 1/1.12.1).
Es fliesst in Strömen! Die ersten 6-7 Flaschen sind in ca. 15 Minuten gefüllt. Allgemeine Begeisterung stellt sich ein.
Hmm.... das Personal ist (neu)gierig. Deshalb füllten wir uns einen kleinen Degustiertropfen ab. Jeder nimmt einen Schluck ... Totenstille ... und ... allgeimeiner Ausbruch von überschwänglicher Freude ... es passt, die Restsüsse, das Honigbouqet, angenehme Säure, Farbe wie ein teuerer, schwerer Chardonnay und die Klarheit des Met ist faszinierend.
Und weiter mit dem Abfüllen - Da wir aber nicht vorgefiltert haben, konnte damit gerechnet werden, dass der Strom deutlich weniger wird. So ist es auch, es fliesst immer weniger Met aus dem Filter, aber dennoch reicht es mit etwas Geduld, die gesamten 9.5 Liter zu filtern, obwohl es dann insgesamt gut 1,5 Stunden dauert.
Wir konnnten 11 Flaschen voll füllen, was 8.25 Litern Met entspricht. Etwa 0.4dl wurden degustiert. Die zwölfte Flasche konnte nur noch bis zur Hälfte gefüllt werden. Wir beschlissen diese Flasche als Lohn für getane Arbeit aufzuteilen. Zählt man nun die Menge abgefüllten und getrunkenen Met zusammen, bleibt ein Verlust von ca. 0.5 Liter, der sich wohl oder übel in der Filteranlage befindet.
Die Diskussion im Anschluss zeigt, dass wir wohl pro 7 Liter (selbst)geklärten Met jeweils saubere, sterile Filterscheiben brauchen.
Verkorken
Sobald eine Flasche bis an den Übergang Flaschenbauch-Flaschenhals gefüllt war, wurde diese sofort mit dem Handverkorker und Twinkorken verkorkt. Dies gestaltete sich erstaunlich einfach, wobei 2 Personen von Vorteil sind. Eine Person hält die Flasche und die andere verkorkt.
Die Korken wurden vorgängig in schwefeliger Säure (2g/L Kaliummetabisulfit + 2ml Milchsäure) eingelegt (desinifiziert).
Probetrinken & Messung
Das erste Probetrinken wurde vorweggenommen ;-) Aber es passt wirklich alles. Mit einem Gläschen aus der zwölften Flasche, haben wir noch einmal degustiert. Folgende Kommentare wurden abgegeben:
- immernoch super ;-)
- noch leicht Kohlensäurehaltig
- jung! Lagern ist wichtig, dass sich die höheren Alkohole abbauen können
- Farbe und Klarheit stimmen 100%ig
- Honiggeschmack eindeutig erkennbar
- eindeutig ein Süsswein, vielleicht etwas weniger als der gekaufte Met, aber vergleichbar mit Handelsüblichen Süssweinen wie Sauterne, Malvoisie o.ä.
- immernoch allgemeine Begeisterung, für den 1. Versuch wohl ein nicht erwartetes Resultat
Kleiner Nachsatz: Nach der letzten Messung, war der Met 1.12.1 etwas säuerlich (wie bei jeder Messung im übrigen) und die Angst(Jani ;-)) war da, es könnte zu wenig Restzucker haben und die Honigqualität unbefriedigend sein. Inzwischen haben wir die Vermutung nach Gegenprobe von ungefiltertem Met , dass der ungefilterte Met hohe Hefe und Kohlensäureanteile enthält und deshalb die Säure beim Degustieren über dem Restzucker überwiegt. Das heisst, wir müssen dringend mehr Erfahrung haben im Degustieren von ungefiltertem Met ;-)
Messung:
- Alkohol: 11% - es wird wohl etwas mehr sein, wegen Restzucker
- Säuremenge: 6.25g/L
- ph-Wert: 4
Lagern
Die Flaschen werden im Weinregal im Keller (noch unettiketiert) gelagert, bis das weitere Vorgehen feststeht.
